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Die N e u z e i t

Neuzeit zwischen 1700 - 1800

Der Zeitraum »Neuzeit« ist unterteilt in:

Landgraf Carl Södertor1704: Landgraf Carl von Hessen-Cassel, Bild: Stadt Melsungen liess das jetzige Fachwerk-Gebäude mit dem Södertor neu errichten. Bei den Feuersbrünsten im 30-Jährigen Krieg, ist das alte Holzgebäude abgebrannt.
"Landgraf Carl" trat in Verbindung mit dem Salzwerk Sooden weniger in Erscheinung. [¹].
Foto daneben: Das Södertor in der Neuzeit ab 1900. Immer wieder renoviert. Seit 1976 beherbergt es das Salzmuseum des VfH-BSA.

WappenCarl Mehr Infos zum Södertor, dem Salzhandel, Transportwesen und dem Umfeld, unter Södertor.
Die Steintafel mit dem Wappen von Landgraf Carl und seiner Gemahlin Maria Amalia, sitzt aussen und rechts oben am Södertor. Die zu sehenden Initialien: CLZH steht für "Carl Landgraf zu Hessen". MALZH steht für "Maria Amalia Landgräfin zu Hessen".

1733: Erstmals kamen im Salinenbetrieb Wasserräder mit einem speziellen Stangensystem als sogenannte Wassermaschine zum Einsatz. Es war eine Technische Neuerung. Mit der Wasser-Rollkunst begann eine neue Ära. An den Wasserrädern war exzentrisch eine Stange befestigt. Die Drehung des Rades wurde so in eine Zug- und Schubbewegung umgewandelt. Das dahinter angeordnete und erforderliche Stangen- Rohr- und Pumpensystem hatte eine verzweigte Ausdehnung von ca. 2000 Metern.
SteinlagerDieses Foto (Neuzeit 1985) zeigt ein Original-Steinlager (Stirnseite) worin der Teil eines Pumpgestänges gelagert war. Dieses Steinlager steht im Kurpark Bad Sooden-Allendorf, neben dem Gradierwerk, zur Schau. Im Hintergrund ist der Nachbau (Verein für Heimatkunde-BSA) eines Siedekotes zu sehen.

Schwarzdornbündel1735: Für die Gradierwerke der "Saline Allendorf an der Werra"war nun auch die Stroh-Ära zu Ende. Es wurde nach Vorbildern anderer Salinen Deutschlands nun in allen Gradierwerken Schlehdorn (Schwarzdorn) verwendet. Die Sole dröppelt, bzw. verdunstet ab dieser Zeit nur noch über diese gebündelten Schwarzdornzweige.

Gradierwerk-BSAGeschichtliche Anmerkung: Quelle: Uni-Potzdam, in Bezug auf Schlehdorn, diese widerstandsfähigen Gehölzzweige zur Verdunstung von Sole zu nutzen.

Die Dornen- oder Tröpfelgradierung wurde um 1400 erstmals in der Lombardei angewandt. In Deutschland erfolgte die Gradierung zuerst in Nauheim (1579) und in Kötzschau bei Merseburg (1599) durch Matthäus Meth, Arzt in Langensalza. 1730 führte "Joachim Friedrich von Beust" die Gradierung mit Dornenwänden ein, die "Jacob Sigismund Waitz von Eschen" weiter vervollkommnete.
Das Foto (2002) zeigt eine Schlehdornwand im neu aufgebauten Gradierwerk #5.

1737: Das erste Sole-Reservoir wurde angelegt. Frühzeitig wurde erkannt wie vorteilhaft es sein kann, bereits hoch-gradierte Sole als Vorrat zu haben. Das Reservoir hatte die Aufgabe, keine Engpässe bei der Soleversorgung der Siedekote entstehen zu lassen. Gleichzeitig war es wohl auch als Reservoir für die kalte Jahreszeit gedacht, weil dadurch in den Wintermonaten viel Brennmaterial gespart werden konnte.

SchwanenteichSchwanenteichDas Sole-Reservoir befand sich da, wo heute der Schwanenteich mit seinem Umfeld ist. Die hier vorrätig gehaltene Sole musste mindestens ein Siedeloth (Salzgehalt 22 Prozent) haben und war somit Gutsole. Beide Fotos: (Neuzeit ab 2000).
Auch das war geschichtlicher Wendepunkt. Nun begannen auch andere Städte nach unserem Vorbild, plötzlich solche Reservoire anzulegen.

1737-1743: In diesem Zeitraum zur Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Name "Waitz von Eschen" auch bei uns bekannt. Dieser Jakob Sigismund Freiherr Waitz von Eschen, soll hier sogar in den Jahren 1737-1743 das Amt eines Obersalzgräfen inne gehabt haben.

1740: Werrawasser wird zum Anrieb der Pumpen genutzt. Sie sogenannte Wasserrollkunst, so wurde sie nun in Sooden genannt, war geboren. Die ca. 200 Jahre praktizierte "Ross-Kunst", in Anlehnung an den Einsatz von Pferden hier so genannt, ging damit zu Ende.

In diese Zeit fällt auch der Beginn, die "Rohsole" zu "Mittelsole" und dann zu "Gutsole" zu gradieren.

1784: Dieses Jahr blieb in der Erinnerung, weil der Ortsteil Sooden vom Hochwasser besonders stark betroffen war.

Erwähnenswert ist noch, dass zum Ende des 18. Jahrhunderts von den ehemals 88 kleinen Siedehäusern (Koten) mit je einer Siedepfanne nur noch 44 Kote in Betrieb waren.
In guten Jahren haben diese bisher 88 Kote bis zu 10.000 Tonnen Salz/Jahr gesiedet und es auch verkauft.

Kirche Oberried1790: Die Kirche im Ort Oberrieden wurde eingeweiht. In den Jahren 1998/99 wurde das Kirchengebäude völlig neu renoviert. Die Kirchgemeinde gehört zum Bezirk "Kurhessen-Waldeck". Seit dem Jahre 1447 hat die Adelsfamilie "von Dörnberg" das Kirchenlehen und das Patronatsrecht über Oberrieden.

-hs/ms-

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Letzte Änderung: 02/04/2011 - 23:43 Uhr