Logo-BSA

» Ortsteil Sooden «
... der zweigeteilte Kurort

[nicht nur aus Sicht der Autoren]

Es war ein politischer Beschluss, dass die Stadtverwaltung aus wirtschaftlichen Interessen überzeugt werden konnte, nur wenn wir zur Spitzengruppe der zehn besten deutschen Heilbäder gehören würden, ginge es wirtschaftlich wieder aufwärts.
Wunschdenken wurde auch hier nicht zur Realität. Geld verdient haben andere - nicht unsere Stadt.

Wie diese hochfliegenden Pläne, letztlich endeten, darauf werden Sie beim Stöbern in dieser WebPräsenz und der des VfH-BSA hingewiesen. wir möchten das hier, als selbst Betroffene, nicht weiter erörtern.

Wie wir Einwohner, Gäste und Besucher inzwischen wissen, waren die Wunschträume einiger Initiatoren nur "Sand in die Augen der politisch Verantwortlichen streuen".

Begriffe wie Heilbad anstelle von Kurort und das in Verbindung mit Wellness, sollten den Staub und Mief der Vergangenheit verschwinden lassen. Die Ära des ehemals kleinen und durchaus auch feinen Kurortes sollte endlich vorbei sein.
Zu einem (sinngemäss) "per aspera ad Astra" ist nichts öffentlich geworden. Dabei hätte es doch so gut gepasst.
Das Hochziel war u.a., das Image eines Sozialbades loszuwerden. Es war das heute peinliche Image, mit dem unser Kurort begann ein Kurort zu werden. Die heutigen Kurkliniken basierten ebenfalls auf diese plötzlich so ungeliebte Bevökerungsschicht.

Zur Verwirklichung des vorgenannten Zieles musste angeblich der Autoverkehr vom Innenstadtbereich ferngehalten werden.

  1. Angeblich muss der fliessende Verkehr radikal eingeschränkt werden
  2. Wenn die Staub- und Co² -Belastung so bliebe, alles bei sinkenden Übernachtungen und Tagesbesuchern, würde dem Kurort der Status "Bad" entzogen.
  3. Der dreiteilige erweiterte Kurbereich ist ohnehin durch Wohngebiete getrennt.
  4. Die Strasse am Gradierwerk, Durchfahrt Nord-Süd, wurde eingezogen. Eine allgemein akzeptierte Lösung. Es gibt jedoch ein Sonderrecht für den öffentlichen Busverkehr.
  5. In die Rosenstrasse geht es, wie schon immer, von Nord nach Süd hinein. Wenn kein Kurzzeitparkplatz (1h) frei ist, muss ohne akzeptable Wendemöglichkeit im Gegenverkehr der Ortsteil wieder verlassen werden.
  6. Also: hinaus über die B-27 in Richtung Süden fahren und von dort wieder in den Ort hin. Dann gibt es auch einen Parkplatz.
  7. Durch diese verkehrslenkenden Massnahmen sollen Besucher, sofern sie lernfähig sind, sofort auf die südlichen Parkplätze gelenkt (gezwungen) werden.
  8. Speziell die Rosenstrasse: vor der Sperrung wurde im Norden eingefahren. War kein Parkplatz vorhanden, floss der Verkehr im Süden ab auf die 100 bis 200 m enternten Parkplätze.
    Heute: Einfahren und Parkplatz suchen wie früher. Ist kein Parkplatz frei, muss im Gegenverkehr in einem unzumutbaren Zustand und ggf. unter Benutzung von privatem Grundbesitz gewendet werden. Nun muss eine andere Parkmöglichkeit gefunden werden.
  9. Damit bekommt "man" Gehbehinderte und die Gäste mit dem "Sozial Stigma" schon einmal grob aus dem kleinen Kurbereich heraus.
  10. Alternative: Umstellung auf Parkscheinautomaten! Vermutlich für die Stadt zu teuer.
  11. Die Rosenstrasse von Norden bis hinter dem Södertir als Einbahnstrasse und Verkehrsberuhigte Zone ausweisen.

Positiv:
Falls Sie zur gewünschten Klientel unseres aufstrebenden Heilbades gehören, oder ein umworbener Kongressteilnehmer sind, unterliegen Sie nicht den vorgenannten Einschränkungen. Sie können im erweiterten Kurbereich mit dem Auto vorfahren und bekommen sogar einen Parkplatz. Allerdings ist das auf nur einen Gebäudekomplex beschränkt.

Für gehbehinderte Gäste und Besucher mit einem entsprechendem Schwerbehinderten-Ausweis, gilt zwangsläufig auch für Gäste mit dem Sozial-Stigma, gibt es zum Glück für sie eine Sonderregelung:
Diese Besucher- bzw. Gästegruppe kann am Bereich der kleinen Werratal-Therme kostenlos parken. Da wir in unseren kleinen Kurort kein Kurmittelhaus mehr haben, passte wohl irgendwie nicht zum modernen Wellnes-Image, kann dieser Parkplatz auch von Nutzern des jetzigen Angebotes für einige Kurmittel genutzt werden.
Ohne Schwerbehinderten-Ausweis geht auch das - leider - nicht.

Gehbehinderte ohne Ausweis, oder nur Besucher die nicht weit laufen wollen, haben nur ca. 10 min Fussweg bis zu diesem Gebäudekomplex.
Da die Stadt sich von diesem Werratal-Therme-Projekt den grössten wirtschaftlichen Erfolg versprach, ging es ohne Parkplatz in unmittelbarer Nähe nicht.

Dass gerade dieses Projekt ein wirtschaftlicher Misserfolg wurde ist u.U. als Erfolg der wirtschaftlichen Zielplanung zu werten.
Weg vom Image eines Sozialbades. das war ja das erstrebenswerte Ziel durch Fehlplanung verblendeter Kommunalpolitiker.

Heute sind Senioren und auch Kinder wieder willkommen. Man hat vermutlich aus Fehlern gelernt. Wenn bisher auch nur halbherzig.

Bei sukzessiv fallenden Einwohnerzahlen, ausbleibenden Gästen und Tagesbesuchern (die Busse können Fahrgäste am/im Kurbereich nicht mehr aus -und einladen), wäre die Aufhebung der Strassensperren zumindest eine mittelfristige Lösung.

Die jetzige Ruhe ist für uns Einwohner beängstigend. Im Winterhalbjahr werden ab 20:00 Uhr die Gehwege hochgeklappt, um das einmal volkstümlich zu sagen.

Ohne diese Strassensperren würden u.U., so wie in früheren Jahren, wieder mehr Senioren ihren Altersruhesitz nach Bad Sooden-Allendorf verlegen. Das haben wir seinerzeit auch so gemacht.
Unter den heutigen Verhältnissen, auf ein Auto angewiesen, würde die Wahl NIE auf Bad Sooden-Allendorf fallen.

Diese Strassensperren ziehen obendrein noch Kaufkraft ab. Speziell gilt das für die Gastronomie und auch für Übernachtungen. Wir stellen bei uns selbst fest, dass sich dieses Verhalten einschleicht, auch weil es die kurzen Wege in diesem kleinen Ort nur noch bedingt gibt.

In aller Ruhe einmal eine "Tasse Kaffe trinken oder ein Eis essen", anderen beim Flanieren zuschauen und Kurortatmosphäre geniessen. Das war einmal. Dazu sind auch die Parkzeiten zu kurz, falls einer der wenigen Parkplätze in diesem Bereich frei ist.
Selbst Arztbesuche sind davon betroffen. Das ist inakzeptabel für ein Heilbad, welches als Ziel hat, zu den zehn besten in Deutschland zu gehören. Bitte - das war wirklich das Ziel verblendeter Kommunalpolitiker.

FAZIT heute: Das gesamte Kleingewerbe, einschliesslich Gastronomie, kränkelt vor sich hin und gibt, mit Ausnahmen, irgendwann auf. Bei einer Veranstaltungen werden sogar blickdichte Zäune aufgestellt.

Die Silver-Klientel bleibt immer mehr fort weil es ihnen vor lauter "Steine in den Weg legen" hier nicht mehr gefällt.
Reisebusse mit Tagesbesuchern fahren an Bad Sooden-Allendorf, der Perle im Werratal, vorbei.
Die Belebung an Schönwettertagen täuscht einfach über die schlechte Gesamtsituation hinweg.
Die beiden Durchfahrten wieder zu öffnen - das würde nicht nur uns Autoren wieder häufiger in die Stadt und in den Kurbereich bringen.

- hs/ms -

Zurück zu den Zufahrt

© 1996-2011  «»  http://bsa.old-schulte.de/

Letzte Änderung: 30/06/2011 - 18:05 Uhr