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Am Brunnen vor dem Tore

Seit dem 05. Mai 2010 auch in französischer Sprache

Dichtung oder Wahrheit?

SteintorSteintor:

Diesen Blick hat man aus dem unteren Teil von Allendorf kommend, auf den dahinter liegenden Brunnen.
Dieses "Steintor" wurde zum Ende des letzten Jahrhunderts (1997), nach alten Unterlagen, als Blickpunkt wieder neu errichtet.

Brunnen-3 Der "Brunnen vor dem Tore", wie er sich seit einigen Jahren wieder dem Besucher zeigt.
Beide Fotos grösser unter: Steintor+Brunnen.

Am Zinnersbrunnen, so die alte und offizielle Bezeichnung, wo im Mai des Jahres 1912 die dort bereits gut 600 Jahre alte Linde vom Sturm zerstört wurde, soll auch der Dessauer "Wilhelm Müller" oft gesessen haben.
Eine neue Linde wurde übrigens im Jahre 1914 wieder gepflanzt.

Dieser "Wilhelm Müller", den Bad Sooden-Allendorfern kein Unbekannter, soll das, zumindest im deutschsprachigen Raum allgemein bekannte Volkslied, "Am Brunnen vor dem Tore" (Titel: Der Lindenbaum), hier in Allendorf getextet haben; das sagt zumindest eine alte Überlieferung.

Brunnen-1Gesamtansicht "vor dem Tore". Aber nur, wenn man von ausserhalb der Stadtmauer auf das Steintor blickt. Das aber ist wohl auch die entscheidende Sehweise.

Die Textstelle, "... schnitt es gern in alle Rinden ein", muss Wilhelm Müller allzu wörtlich auch praktiziert haben. Er soll wegen dieser Schnitzereien bei den Förstern sehr unbeliebt gewesen sein.

Brunnen-2Die Überlieferung sagt weiter aus, dass es um 1822 gewesen sein soll als "er" im Schatten der Linde hier getextet und geschrieben hat.
Erklärlich ist das durchaus. Seine Reisen von Dessau nach Worms und zurück führten ihn zwangsläufig an das an seinem Weg liegende Bad Sooden-Allendorf (damals noch Allendorf) vorbei. Der Zinnersbrunnen war eine beliebte Raststelle für Fuhrleute und sonstige Reisende.

Vertont hat es dann schliesslich "Franz Schubert" um 1827. Also in dem Jahre, in welchem auch der "Brunnen vor dem Tore" gebaut worden ist.
Zweiflern möchte ich den "Wind aus den Segeln nehmen" wenn sie darauf verweisen, dass der Brunnen erst im Jahre 1827 gebaut wurde; ein "Wilhelm Müller" also 1822 noch keinen Brunnen vorgefunden haben kann.

Als Neubürger dieser Stadt, seit 1981 wohne wir hier, halte wir am Glauben der Überlieferung fest, und an durcheinander geratenen Geschichtsdaten.

Sicher noch erwähnenswert: der Komponist "Friedrich Silcher" hat diese "Franz Schubert Melodie", ein Teil des Zyklus "Die Winterreise", etwas vereinfacht damit sie als "Volkslied" leichter zu singen ist.

Wer sich für den Liedtext interessiert und ihn nicht greifbar hat, kann ihn hier nun lesen und bei Bedarf auch ausdrucken.

- hs/ms -

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Letzte Änderung: 08/07/2010 - 13:53 Uhr